Was du über die Plazentaschranke wissen solltest

Was ist die Plazenta und was tut sie?

Deine Plazenta entsteht nach der Einnistung der Blastozyste in die Gebärmutterwand. Sie versorgt dein Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff und hält Schadstoffe von ihm fern. Zusätzlich produziert sie wichtige Hormone. Alles in allem ist sie ein faszinierendes Organ das einzig und allein für die Versorgung deines Kindes zuständig ist.

Was ist die Plazentaschranke?

Ein wichtiger Teil der Plazenta ist die Plazentaschranke. Sie ist ein Filter der den mütterlichen vom kindlichen Blutkreislauf trennt. So kann die Plazenta unerwünschte Stoffe die potenziell gefährlich für dein Kind sein könnten herausfiltern. 

Die Plazentaschranke besteht aus mehreren Schichten. Diese kontrollieren den Gas- und Stoffaustausch auf den Chorionzotten. Die Chorionzotten sind Ausstülpungen für mehr Kontaktoberfläche. Auf ihnen erfolgt der Austausch mit mütterlichem Blut. Das angereicherte Blut wird dann über die Nabelschnur zu deinem Kind transportiert.(1) 

Was kann durch die Plazentaschranke?

Bei der Plazentaschranke spricht man von einer passiven Filtermembran. Ob die verschiedenen Stoffe die Plazentaschranke überwinden können hängt von verschiedenen Faktoren ab. Diese Faktoren sind Molekülmasse, Löslichkeit, Polarität und Ionenkonzentration der Stoffe.(2) 

Durch die Plazenta können verschiedene Stoffwechselprodukte, Gase, Wasser, Hormone, Fette, Vitamine, Fettsäuren und mehr dringen. Aber leider auch einige Medikamente, Nikotin, Alkohol, Pestizide, Schwermetalle und andere schädliche Stoffe. Auch einige Krankheitserreger wie Rötelviren schaffen es durch den Filter. Weshalb du besonders bei der Arbeit mit Kindern frühzeitig deine Schwangerschaft verkünden solltest.

Es ist außerdem wichtig sich umfassend zu informieren bevor man Medikamente nimmt. Frag im Falle von Unsicherheit am besten bei deinem Arzt, deiner Hebamme oder in der Apotheke nach. 

Was kann nicht durch die Plazentaschranke?

Die Plazentaschranke ist dafür da Schadstoffe aus dem Blut zu filtern um dein Kind zu schützen. Dabei filtert sie auch Krankheitserreger und auch fettlösliche Vitamine und Immunglobuline kommen nur eingeschränkt bis gar nicht zu deinem Kind.

Schadstoffe die über die Plazenta den Weg zu deinem Kind finden können zu neurologischen Schäden und anderen Problemen bei deinem Kind führen. 

Wie funktioniert die Plazentaschranke, by Joao Paulo de Souza Oliveira, Unsplash
Wie funktioniert die Plazentaschranke, by Joao Paulo de Souza Oliveira, Unsplash

Was du daher in der Schwangerschaft vermeiden solltest

Daher solltest du dich in der Schwangerschaft besonders von Nikotin, Alkohol und allem was deinem Körper schadet fern halten. (2) Aber auch der Kontakt mit Pestiziden und Giften die in der Landwirtschaft und im eigenen Garten angewendet werden sollten besonders in der Zeit der Schwangerschaft vermieden werden. Denn das Risiko von neurologischen Schäden besteht auch hier. (3)

Aus diesem Grund sollte man in der Schwangerschaft auch niemals eine Diät oder gar eine Detoxanwendung anstreben. Denn all die gelösten Schadstoffe können über die Plazenta an das Kind weitergegeben werden. Aber auch in der Zeit danach, jedenfalls solange du stillst solltest du darauf achten keine Diäten oder Ausleitungen zu machen. Denn hier werden die gelösten Stoffe womöglich über die Milch an das Kind weitergegeben.

Daher ist es wichtig dich besonders in der Schwangerschaft, am besten schon in der Zeit davor, damit auseinander zu setzen was du zu dir nimmst. 

Um dich schon vor deiner Schwangerschaft auf diese vorzubereiten kannst du folgende Schritte umsetzen.

Worauf du außerdem noch achten könntest

Ebenfalls würde ich darauf achten nicht in Gegenden spazieren zu gehen in denen Pestizide oder ähnliches gesprüht wurde. Besser sind Spaziergänge im Wald oder auch in der naturbelassenen Wiese. 

Zusätzlich kannst du auch darauf achten keine giftigen Putzmittel zu verwenden und auch keine schädlichen Duftstoffe einzuatmen. Besonders die Pflegeprodukte die du auf deine Haut gibst solltest du genauer unter die Lupe nehmen. Denn oftmals sind viele unnötige und ungesunde Inhaltsstoffe in unserem Shampoo, Duschgel, Schminkprodukten und Co. Eine tolle App die ich dir zu diesem Thema empfehlen kann ist Codecheck (unbezahlte Werbung). Sie zeigt dir an in welchem deiner Produkte, per Strichcodescan, welche schädlichen Inhaltsstoffe enthalten sind und wieviel. Ich glaube dir werden zusätzlich sogar „gesündere“ Alternativen vorgeschlagen. 

Auch wenn noch nicht so klar ist welche Stoffe genau die Plazentaschranke durchschreiten und du nicht weißt was du genau zu dir nehmen kannst und was nicht. Als grober Richtwert zählt nach wie vor “geht es der Mama gut geht es auch dem Kind gut”. Wobei du dich nicht stur daran halten solltest.  

Alles was du für eine weiterführende Recherche brauchen solltest solltest du in diesem Artikel finden. So sollte es dir möglich sein herauszufinden ob ein spezielles Medikament oder ähnliches schädlich für dein Kind ist oder nicht. Im Zweifelsfall solltest du immer deine Hebamme und deinen Arzt zu Rate ziehen. Denn sie wissen meist am besten was in der Schwangerschaft verträglich ist.

Was ich noch sagen möchte

Lass Alkohol und Zigaretten weg! Auch ein Weißer Spritzer zur falschen Zeit kann unangenehme Folgen für dein Kind haben. Daher solltest du für die Zeit der Schwangerschaft und Stillzeit jede Form von Schadstoffen eliminieren

Ich habe mir bewusst erst gar nicht die Mühe gemacht alle Schadstoffe, Medikamente und  mehr aufzuzählen die du in der Schwangerschaft vermeiden solltest. Denn die Anzahl ist zu hoch, die Informationen zu ungenau und die Erfahrungen von Frau zu Frau zu verschieden. Wenn du aber eine spezielle Frage hast kannst du sie mir wie immer gerne stellen. 

Die Natur hat ein faszinierendes Organ geschaffen dass dein Kind nährt und auf seine Umwelt vorbereitet ohne es zu schädigen. Das beste was du tun kannst um sie dabei zu unterstützen ist dich gesund zu ernähren und ein wenig darauf zu achten was du an deinen Körper heranlässt. Am Wichtigsten ist aber auch hier – Stress dich dabei bitte nicht!

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Quellenangabe

  1. https://www.amboss.com/de/wissen/Plazenta%252C_Nabelschnur_und_Amnion
  2. https://www.sciencedirect.com/topics/medicine-and-dentistry/blood-placenta-barrier
  3. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10937404.2013.783383

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