Was du über Nachwehen im Wochenbett wissen solltest und was hilft

Die Wehen nach den Wehen

Nachdem du dein Kind zur Welt gebracht hast, die Plazenta geboren hast und glücklich und zufrieden in deinem Bett liegst bekommst du immer noch ab und an Wehen. Diese Wehen im Wochenbett nennt man Nachwehen. Sie dienen dazu deine Gebärmutter zusammenzuziehen und wieder in die ursprüngliche Größe zurückzubilden. 

Dabei sind die Kontraktionen natürlich nicht so stark wie bei der Geburt selbst. Jedoch steigt die Intensität der Nachwehen mit der Anzahl der Schwangerschaften die du hattest. Denn umso öfter deine Gebärmutter schon dehnt wurde umso schwerer wird es für sie sich wieder zurückzubilden. Auch nach einer Mehrlingsschwangerschaft können Nachwehen heftiger ausfallen da natürlich auch hier die Gebärmutter mehr Platz machen musste.

Nachwehen nach einem Kaiserschnitt

Besonders nach einem Kaiserschnitt, vor allem einem geplanten Kaiserschnitt können die Nachwehen mitunter recht heftig ausfallen. Denn einerseits hattest du nicht die Möglichkeit, wenn dein Kaiserschnitt geplant war, Geburtswehen zu erleben wodurch du die Nachwehen als sehr heftig empfinden wirst. Andererseits wurde deiner Gebärmutter natürlich eine Wunde zugefügt die durch die Rückbildung und die Kontraktion stärker spürbar ist. Daher scheu dich bitte nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen und deine Hebamme nach Schmerzmitteln zu fragen. Denn oft reichen die körpereigene Mechanismen zur Schmerzreduktion hier nicht mehr aus. 

Oxytocin hilft auch bei Nachwehen im Wochenbett

Wie schon bei der Geburt ist das Hormon Oxytocin für die Wehentätigkeit verantwortlich. Oxytocin wird auch Wohlfühl- oder Kuschelhormon genannt und sorgt dafür das wir verliebt sind und uns wohlfühlen. So werden zusätzlich zu den Rückbildungs- oder Nachwehen und damit zusammenhängenden Schmerzen auch Glücksgefühle erzeugt die den Schmerz erträglich machen. 

Dabei wird Oxytocin z.B. immer ausgeschüttet wenn du stillst. Solltest du bisher noch nicht gestillt haben kann ich dir sagen dass stillen anfangs sehr anstrengend und manchmal auch unangenehm sein kann solange man es lernt. Jedoch mit der Zeit und wenn ihr es beide gelernt habt wird Stillen fast immer zu einem wunderschönen Erlebnis zwischen Mutter und Kind. Unter anderem aufgrund der Oxytocinausschüttung bei der Brustwarzenstimulierung durch das Stillen. Aber nicht nur Stillen, auch Kuscheln und jede Form der liebevollen zwischenmenschlichen Interaktion führt zu einer gesteigerten Oxytocinproduktion. 

Kuscheln hilft bei Nachwehen im Wochenbett
Kuscheln hilft bei Nachwehen im Wochenbett, by Kristina Paukshtite, Pexels

Was du tun kannst um deine Oxytocinproduktion zu erhöhen:

  • Stillen
  • Kuscheln, am besten Haut auf Haut
  • Küssen
  • Streicheln und Massieren
  • Schöne Musik
  • Gutes Essen

Was du sonst noch über Oxytocin wissen solltest und was dir helfen kann deine körpereigene Oxytocinproduktion zu steigern.

Was bei Nachwehen nachteilig wirken kann

Alles was Stress oder Angst auslöst wirkt kontraproduktiv auf deinen Oxytocinspiegel. Dabei kann es schon reichen wenn es zu hell ist und das Licht dich blendet, aber auch zu laute Geräusche können störend wirken.

Worauf du im Wochenbett außerdem achten solltest

In der Zeit im Wochenbett solltest du besonders auf eine angenehme Atmosphäre achten. Das heißt auch dass du zuviel oder unangenehmen Besuch gerne wieder weg schicken darfst oder gar nicht erst einlassen musst. Am besten kannst du deinen Wochenbettbesuch schon in der Vorbereitung organisieren. Falls du das aber noch nicht gemacht hast kannst du auch deinen Partner bitten das für dich zu übernehmen. Denn jegliche unangenehme Situation wie eine Rechtfertigung vor Verwandten oder Freunden sollte jetzt vermieden werden. So kannst du dich ganz auf dich, dein Kind, deine Rückbildung und das Stillen  konzentrieren. Natürlich ist Besuch erlaubt sofern er angenehm ist für dich. Jemand der feinfühlig und liebevoll in euren Raum eintritt und im besten Fall noch Essen mitbringt oder dir hilft ist natürlich gern gesehen. Sofern du das möchtest. 

Im besten Fall bereitest du dein Wochenbett schon in der Schwangerschaft vor.

Lass in diesen paar Wochen auch jegliche Hausarbeit liegen und bitte deinen Partner, Besucher oder auch eine externe Haushaltshilfe darum das für dich zu übernehmen. Versuche dich ganz darauf zu fokussieren was jetzt wichtig ist. Nämlich du und dein Kind! 

Vermeide im Wochenbett jeglichen Stress und jede Angst. So kannst du dir die Nachwehen auch erheblich erleichtern.

Was sonst noch bei Nachwehen im Wochenbett helfen kann

Ebenso gilt für deine Nachwehen und die Zeit im Wochenbett das du auf dein Gefühl hörst. Versuch verschiedene Positionen einzunehmen, probiere ob eine Wärmeflasche Linderung verschafft und ob dir Tönen hilft. Alles was dir während der Geburt geholfen hat hilft dir im Normalfall auch mit den Nachwehen. Viele der Frauen die ich begleiten durfte hören weiterhin die Meditation die sie sich für die Geburtsbegleitung ausgesucht haben. Falls deine Kontraktionen sehr stark sind und du darunter leidest kannst du deine Hebamme nach Schmerzmitteln fragen. 

Was dich sonst noch im Wochenbett erwarten kann.

Trotz allem brauchst du keine Angst zu haben. Deine Nachwehen werden von Tag zu Tag schwächer und besonders anfangs bist du meist sehr mit anderen Dingen beschäftigt und kannst dich so gut ablenken. Die intensive Zeit mit deinem Kind und die körperliche Nähe helfen zusätzlich die Nachwehen erträglich zu machen.

Jetzt hast du einige Tipps bekommen die helfen können, aber hast du vielleicht selbst schon Tipps die du teilen möchtest? Wie sind deine Erfahrungen mit Nachwehen? Hast du Angst davor? Oder hast du dir bisher gar keine Gedanken gemacht? Ich freue mich von dir zu lesen!

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