Zeit für Partnerschaft in der Schwangerschaft

Die Zeit der Schwangerschaft ist wunderschön aber die kann auch zermürbend sein für eine Partnerschaft. Die emotionalen Schwankungen, die Fragen die es zu klären gibt und die großen Entscheidungen die man treffen muss. Umso wichtiger ist es dass man sich Zeit füreinander nimmt und seine Partnerschaft bewusst genießt

Haltet alles fest

Die Schwangerschaft kann eine wunderschöne Erinnerung sein die du in einem Tagebuch, mit Fotos oder Videos festhalten solltest. Dabei kann die ganze Familie ihren Beitrag leisten oder nur du und dein Partner. Wie auch immer ihr es gestaltet eines Tages wird sich euer Kind und auch du daran erfreuen. Denn man vergisst es auch wenn du dir das jetzt nicht vorstellen kannst. 

Lass dich verwöhnen!

Auch wenn du unter Übelkeit, geschwollenen Beinen und Kurzatmigkeit leidest. Genieße es! Lass dich verwöhnen und fordere es auch ein dass du verwöhnt wirst. Dabei muss es nicht immer eine Fußmassage sein. Auch ein gemeinsamer Spaziergang im Wald, ein Besuch in der Therme oder ein Picknick im Park sind wunderschöne Momente die man genießen kann. Wichtig ist vor allem dass du zur Ruhe kommst und genießt

Warum das für deinen Oxytocinspiegel wichtig ist und wofür du Oxytocin brauchst erfährst du hier!

Gemeinsame Geburtsplanung

Besonders in deiner Partnerschaft solltest du in dieser Zeit eine tiefe Verbindung herstellen. Denn diese Verbindung wird dich womöglich bei der Geburt eures Kindes enorm stärken. Daher solltet ihr euch schon früh auf diesen Moment vorbereiten. Nicht immer muss es ein klassischer Geburtsvorbereitungskurs sein. Gemeinsam Bücher lesen, euch einen privaten Termin mit einer Hebamme oder Doula buchen oder einen Onlinekurs zu dem Thema durcharbeiten können Alternativen sein. Am besten redet ihr darüber was sich für euch richtig und gut anfühlt. 

Dann könnt ihr mit der Geburts- und Wochenbettplanung beginnen. Meiner Meinung nach zählt deine Meinung dabei mehr denn du bist diejenige die das Kind zur Welt bringt. Aber natürlich ist dein Partner wichtig und auch seine Meinung zählt. Denn wenn dein Partner nicht einverstanden ist oder gar Angst hat vor deiner Entscheidung kann sich das auch während der Geburt auf dich übertragen und das sollte vermieden werden. Wichtig ist dass sich keiner von euch beiden übervorteilt fühlt und ihr gemeinsam die Entscheidungen trefft. Daher würde ich euch empfehlen euch schon frühzeitig mit euren Wünschen auseinanderzusetzen. So könnt ihr euch mit etwaigen Ängsten auseinandersetzen und sie lösen. 

Außerdem solltet ihr nicht nur die Geburt sondern auch das Wochenbett bereits in der Schwangerschaft planen.

Keine negativen Gedanken

Wenn ihr euch für eine Planung entschieden habt und beide wirklich glücklich seid damit solltet ihr jegliche negative Meinungen darüber ausblenden. Damit meine ich nicht gerechtfertigte Einwände grundlegend zu ignorieren, aber lasst euch nicht verunsichern. Dabei ist es völlig unerheblich wofür ihr euch entschieden habt. Es wird immer jemanden geben der etwas einzuwenden hat. Wichtig ist jedoch dass alle Geburtsbegleiter mit deinen und euren Wünschen einverstanden sind. Wenn deine Eltern, Schwiegereltern, Tanten und Onkel ihre Einwände vorbringen kannst du auch deinen Mann darum bitten mit ihnen zu reden. Denn du solltest dich primär mit deinen eigenen Ängsten und Einwänden beschäftigen, aber du brauchst nicht noch mehr von außen aufzunehmen. Daher blende alle negativen Gespräche über Geburten aus und lass dich auch mal von deinem Partner abschirmen. 

Zeit für Zweisamkeit ist besonders wichtig in der Schwangerschaft, by Vitor Pinto, Unsplash
Zeit für Zweisamkeit in der Schwangerschaft, by Vitor Pinto, Unsplash

Erstellt ein Geburtsteam

Ein weiterer Punkt in eurer Geburtsplanung sollte sein ob ihr Geburtsbegleiter wollt. Abgesehen von einer Hebamme und deinem Partner gibt es noch die Möglichkeit dass du dich von einer Doula oder Freundin, Mutter oder sonst einer vertrauten Person begleiten lässt. Auch die Frage ob größere Geschwister z.B. bei Hausgeburten anwesend sein sollten gehört dazu. 

Wie man die perfekten Geburtsbegleiter findet und worauf man achten sollte.

Da ich selbst Doula bin bin ich natürlich befangen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen dass zwei Hände mehr nie verkehrt sind. Außerdem kann vor allem eine Doula allen Beteiligten meist sehr gut helfen und auch werdende Väter sind oft dankbar für eine vertraute Ansprechperson. All diese Fragen solltet ihr klären und gemeinsam entscheiden. 

In vielen Fällen ist die Partnerschaft so innig und vertraut dass man sich nicht vorstellen kann noch einen Geburtsbegleiter hinzuzuziehen. Das ist völlig in Ordnung, aber auch wenn eure Partnerschaft perfekt ist könnte eine weitere Person trotzdem noch eine hilfreiche Ergänzung darstellen.

To Dos für die Geburt

Immer wieder höre ich von Partnern die bei der Geburt eine Liste hatten die sie abarbeiten sollten. Das klingt im ersten Moment immer etwas eigenartig wie ich finde, aber vielen hilft diese Klarheit Ruhe zu bewahren. Viele werdende Väter wissen nicht wie sie in der Situation ihren Frauen helfen sollen. Genau für diesen Fall kann eine Liste mit Dingen die es zu tun gibt nützlich sein. Denn so weiß jeder genau was seine Aufgabe ist. Dein Partner fühlt sich gebraucht und sicher und weiß wie er dich am besten unterstützen kann. 

Mögliche Punkte könnten sein dass dein Partner bei einer Hausgeburt das Geburtspool aufbläst, die Yogamatte ausrollt oder Tee kocht. Natürlich können auch für Klinikgeburten solche Listen erstellt werden. Darauf könnte stehen welche Utensilien noch in die Geburtstasche gepackt werden sollen, wann die Hebamme gerufen wird, die Nummer von der Klinik um Bescheid zu geben dass man auf dem Weg ist und so weiter. All diese Aufgaben kann dein Partner übernehmen so dass du dich nur um dich und deinen Atem zu kümmern brauchst. 

Natürlich ist so eine Liste nicht für alle werdenden Väter ein hilfreiches Tool, aber vielen hilft es. Die Liste zu erstellen ist natürlich auch eine gemeinsame Aufgabe und schreibt wirklich jeden kleinen Schritt auf. In der Aufregung wurde schon so manches vergessen! 

Zeit für Partnerschaft

Um euch so richtig für die bevorstehende Geburt vorzubereiten würde ich euch raten euch gemeinsam geburtsvorbereitende Meditationen anzuhören. Außerdem könnt ihr schon in der Schwangerschaft immer wieder Massagetechniken für die Geburt ausprobieren, aber auch gemeinsam die unterschiedlichen Gebärpositionen durchgehen. Wenn ihr schon daran gewöhnt seid und schnell in einen meditativen Zustand eintauchen könnt könnt ihr alles miteinander verknüpfen.

Solltet ihr unsicher sein holt euch Hilfe. Eine Hebamme oder Doula kann euch in einem privaten Setting zeigen welche Massagetechniken (z.B. Rebozo) es gibt und welche Gebärpositionen angenehm für dich sein könnten. Besonders wenn du viele Fragen hast oder dein Partner viele Fragen hat und unsicher ist was ihn erwartet kann eine Stunde mit einer Hebamme oder Doula hilfreich sein. Aus Erfahrung weiß ich das besonders werdende Väter viele Fragen haben und sich im ersten Moment oft nicht trauen zu fragen. Für den Fall könnte eine Einzelstunde nur für den werdenden Vater ein nettes Geschenk sein. Die meisten öffnen sich innerhalb kürzester Zeit und blühen richtig auf. 

Was ist eine Doula und welche Aufgaben kann sie übernehmen?

Nur ein Wimpernschlag

Die Zeit bis ihr Eltern werdet fühlt sich jetzt vielleicht noch lange an und ihr könnt es kaum erwarten bis ihr euren Liebling kennenlernt. Aber aus Erfahrung kann ich euch sagen genießt jeden Moment den ihr noch so unbeschwert und in Ruhe gemeinsam habt. Denn sobald euer Baby da ist dreht sich besonders am Anfang alles um den Familienzuwachs. Eure gemeinsame Zeit bleibt erstmals auf der Strecke. (Was sich aber meist gar nicht so schlimm anfühlt wie es jetzt vielleicht klingt.)

Daher ist das erste was ihr tun solltet sobald ihr erfährt dass du schwanger bist plant gemeinsame Aktivitäten ein. Nehmt euch dafür wirklich einen Kalender und plant ein Wochenende zu zweit. Solltet ihr schon größere Kinder haben könnt ihr sowohl ein Wochenende für euch zu zweit als auch eines als Familie planen. Denn auch für die Geschwister wird sich in nächster Zeit einiges ändern wenn das kleine Geschwisterkind da ist. Kalendereinträge helfen zusätzlich die geplanten Aktivitäten auch wirklich umzusetzen. Viel zu schnell verschiebt man es sonst hinaus bis es sich nicht mehr ausgeht.

Aber egal wie ihr euch vorbereitet. Wichtig ist dass ihr beide das Gefühl habt gut vorbereitet zu sein. Denn das macht einen riesigen Unterschied für die Geburt eures Kindes. Dein Partner wird sich viel mehr einbringen und besser wissen wie er dich unterstützen kann wenn er gut vorbereitet ist. Er wird sich sicherer und selbstbewusster fühlen. Genau wie du! Durch viel gemeinsame Zeit in der Schwangerschaft und eine intensive Geburtsvorbereitung werdet ihr zusammenwachsen und die Geburt eures Kindes ganz anders erleben können. Daher nehmt euch die Zeit für eure Partnerschaft!

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