Was du über den Ultraschall in der Schwangerschaft wissen musst

Was ist ein Ultraschall?

Der Ultraschall in der Schwangerschaft ist ein Teil der Pränataldiagnostik. Er ermöglicht einen Einblick in den Bauch. Bei einem Ultraschall wird Schall, in einem Frequenzbereich der oberhalb der menschlichen Hörgrenze liegt, verwendet. Dieser wird mittels einem Schallkopf auf das zu untersuchende Gewebe übertragen. Ultraschall wird zur Untersuchung von Weichteilgewebe verwendet.

Der Schallkopf dient dabei sowohl als Sender als auch als Empfänger. Er registriert das Echo das von dem zu untersuchenden Gewebe zurückgegeben wird. Das Echo wird dann in einem Computer zu Graustufen umgerechnet. Dadurch ergibt sich ein Bild. Auf diesem Bild macht der untersuchende Gynäkologe die Lage, die Größe und die Geschlechtsbestimmung aus. 

Wozu ein Ultraschall in der Schwangerschaft gemacht wird

Durch den Größennachweis kann auch eine Altersbestimmung gemacht werden. Außerdem kann man meist schon ab dem ersten Ultraschall feststellen ob eine Mehrlingsschwangerschaft vorliegt. Denn bei der kann man zwei schlagende Herzen oder mehr erkennen.(1) 

In weiterer Folge können Anomalien bzw. Fehlbildungen des Fötus erkannt bzw. eingegrenzt werden. Ein Teil dieser Pränatalendiagnostik ist die Nackenfaltenmessung zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche. Bei dieser Untersuchung kann mit ca. 90% Wahrscheinlichkeit gesagt werden ob der Fötus bestimmte genetische Krankheiten aufweist oder nicht. Daraus resultiert dass z.B. Fruchtwasseruntersuchungen weniger oft durchgeführt werden müssen und so das Risiko für Fehlgeburten niedrig gehalten wird. Auch andere Auffälligkeiten werden so oft bereits im Mutterleib per Ultraschall erkannt. Dadurch können sich Eltern und Ärzte bei Bedarf rechtzeitig auf notwendige Eingriffe vorbereiten. Glücklicherweise kommt das selten vor, aber die wenigen die es trifft hätten ohne Ultraschall einen größeren Schock überwinden müssen. Einige wenige hätten vermutlich auch eine geringere Chance auf Überleben gehabt als mit. Ebenso gibt es Fehlbildungen die man bereits im Mutterleib operativ behandeln kann wie z.B. ein Speiseröhrenverschluss oder eine Zwerchfellhernie.(2) 

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Pärchen mit Ultraschallbild
Glückliches Paar mit Ultraschallbild

Was passiert bei einem Ultraschall?

Der erste Ultraschall findet zwischen der 8. und 12. Schwangerschaftswoche statt und wird meist vaginal gemacht. Denn über die Bauchdecke kann noch nicht gut genug geschallt werden. Bei einem transvaginalen Ultraschall wird der Schallkopf in die Vagina eingeführt. Dabei musst du jedoch keine Angst haben. Im Normalfall ist der Schallkopf erheblich kleiner als ein durchschnittlicher Penis. Er tut nicht weh und ist auch nicht unangenehm. Bei deinem ersten Ultraschall wird die Schwangerschaft bestätigt und die Entwicklung des Kindes beobachtet. 

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Bei dem zweiten Ultraschall wie er im Mutterkindpass vorgesehen ist werden Herz, Fruchtwassermenge und Plazentasitz genauer untersucht. Dieser findet zwischen der 18. und 22. Woche statt. Wie man es aus Filmen kenn wird er über den Bauch vorgenommen. Dabei wird etwas Kontaktgel zur besseren Übertragung des Schalls auf den Schallkopf gegeben. Nicht erschrecken! Meist ist das Gel etwas kalt, aber es passt sich schnell der eigenen Körpertemperatur an. Da es auf Wasserbasis ist sollten es keine Flecken auf der Kleidung, geschweige denn auf der Haut hinterlassen. Bei dieser zweiten Ultraschalluntersuchung kann auch das Geschlecht erkannt werden. Ob du wissen möchtest welches Geschlecht dein Kind hat solltest du vorher mit deinem Partner besprechen. 

Der dritte und letzte vorgesehene Ultraschall wird zwischen der 30. und 34. Schwangerschaftswoche gemacht. Er umfasst die Herzaktivität, das Wachstum, den Plazentasitz, die Lage des Kindes, sowie die Fruchtwassermenge. Da dein Kind mittlerweile nicht mehr so leicht ausweichen kann kannst du jetzt wahrscheinlich leichter einen Blick auf deinen Liebling werfen.(1) 

Einige Kinder fühlen sich durch den Schall gestört. Sie drehen sich weg sobald man mit dem Schallkopf näher kommt. Aber keine Sorge! Studien zufolge besteht durch einen Ultraschall keine Gefahr für dein Kind.(4) 

Kritik am Ultraschall in der Schwangerschaft

Immer wieder hört man von Müttern die sich Gedanken um die gesundheitliche Sicherheit ihrer Kinder bzgl Ultraschalluntersuchungen machen. Dabei wird vorallem der durch Ultraschalluntersuchungen ausgelöste Temperaturanstieg kritisiert. Das Ergebnis einiger Studien zu diesem Thema ist laut DEGUM, der deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, ein niedrigerer Temperaturanstieg als bei sportlicher Aktivität oder gar Fieber. Daher geht man nicht von schädlichen Auswirkungen auf das ungeborene Kind aus. 

Am 1.1.2019 ist die neue Strahlenschutzverordnung in Kraft getreten. Das hat dazu geführt das die Unsicherheit über die Sicherheit von Ultraschalluntersuchungen wieder gewachsen ist. Denn im Zuge dieser Verordnung wurden Ultraschalluntersuchungen die nicht auf medizinischer Grundlage durchgeführt werden verboten. Das hat jedoch nichts mit der Sicherheit von Ultraschalluntersuchungen zu tun meint die DEGUM. Es soll „weniger qualifizierten Personen“ davon abhalten „tatsächliche Probleme des Feten” nicht zu erkennen.(3)

Eine andere Frage ist bezüglich des zeitgleichen Anstiegs von Ultraschallanwendungen und Autismus aufgekommen. Jedoch konnte in einer Studie mit 107 authistischen Kindern keinen Zusammenhang festgestellt werden.(4) Eine besondere Form des Ultraschalls, der PW-Dopplerultraschall birgt nach mehreren Minuten Anwendung aufgrund von erhöhter Temperaturerhöhung der Mutter möglicherweise eine gewisse Gefahr. Da jedoch bei dieser Form der Pränataldiagnostik nie lange geschallt wird sollte es nicht zu einer gefährlichen Temperaturerhöhung kommen. Der Vollständigkeit halber war es mir trotzdem wichtig es zu erwähnen. 

Meine Gedanken dazu

Zusammengefasst kann man sagen, dass Ultraschalluntersuchungen sofern sie nicht ständig und lange ausgeführt werden nicht schädlich für Mutter und Kind sein sollten. Wodurch man die im Mutterkindpass vorgesehenen Ultraschalltermine ohne weiteres wahrnehmen kann. Denn die Chancen durch Früherkennung von Fehlbildungen und ähnliches sind um einiges höher als die Möglichkeit eines Risikos. Wodurch sich für mich die Frage nicht mehr stellen würde ob ich Pränataldiagnostik in Form von Ultraschall anwenden lassen würde oder nicht. Jedoch bleibt es wie immer jeder Frau selbst überlassen wie sie sich entscheidet und diese Entscheidung sollte respektiert werden. 

In jedem Falle wünsche ich dir eine wunderschöne und gesunde Schwangerschaft! Und solltest du weitere Fragen haben kannst du sie mir gerne in die Kommentare schreiben. Ich freu mich drauf!

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Quellenangabe

  1. https://www.gesundheit.gv.at/leben/eltern/mutter-kind-pass/untersuchungen-schwangerschaft
  2. https://www.degum.de/aktuelles/presse-medien/pressemitteilungen/im-detail/news/fehlbildungen-beim-ungeborenen-mittels-ultraschall-erkennen.html
  3. https://healthcare-in-europe.com/de/news/ist-ultraschall-in-der-schwangerschaft-gefaehrlich.html
  4. https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Ultraschall-in-der-Schwangerschaft-ist-nicht-gefaehrlich-253599.html
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