“Ich bin schwanger!” – Die ersten Schritte nachdem du erfährst dass du schwanger bist

Dein Schritt für Schritt Plan, wenn du schwanger bist

Ich kann mich noch gut erinnern als ich mir dachte “Ok ich bin schwanger – und jetzt?”

Es kann sein, dass du im ersten Moment wenn dir bewusst wird dass du schwanger bist und welche Auswirkungen das auf dein weiteres Leben hat zuerst einmal schlucken musst.

Und dann?

Halte den Moment fest

Den Moment als du erfahren hast dass du schwanger bist wirst du wahrscheinlich nie mehr vergessen. Du wirst deinem Kind davon erzählen und vielleicht sogar deinen Enkelkindern. Daher halte diesen Moment fest! Ob in einem Tagebuch, als Brief oder Foto oder aber auch als Audiodatei. Denn deinen Schwangerschaftstest wirst du vermutlich irgendwann wegwerfen, aber ein Foto davon wohl eher nicht.

Mehr dazu wie ein Schwangerschaftstest funktioniert, ab wann man ihn machen kann und wie sicher er ist findest du in meinem Post “Schwangerschaftstest – ein kleiner Einblick”.

Jetzt wäre auch der perfekte Moment eine Fotostrecke zu beginnen. Ideen dazu findest du haufenweise auf Pinterest.

Genieße die Freude darüber

Die meisten Frauen erleben ein Gefühl das eine Mischung aus Freude und Angst ist, wenn sie erfahren dass sie schwanger sind. Das ist auch ganz logisch und normal! Es wird sich viel ändern ab sofort, aber lass deine Angst nicht überwiegen.

Natürlich bedeutet ein Kind zu bekommen dass du dich in manchen Bereichen deines Lebens umstellen musst. Egal ob es dein erstes, zweites oder drittes Kind ist. Aber umso größer die Umstellung umso größer ist oft auch das Geschenk dass es für unser Leben mit sich bringt.

Daher lass für diesen Moment alle Ängste einfach fallen! Jetzt ist die Zeit das Leben zu feiern und sich zu freuen! Genieße diesen Moment! 

Was muss ich beachten?

Eine Schwangerschaft ist die perfekte Zeit ungesunde Lebensgewohnheiten einfach fallen zu lassen. Egal ob es sich um Zigaretten, Alkohol oder übermäßigen Kaffeekonsum handelt. Aber auch zuwenig Bewegung und nicht genügend Wasser trinken sollten ab sofort der Vergangenheit angehören. Denn jetzt geht es nicht mehr nur um dich und deine Verantwortung für deine Gesundheit. 

Hier erfährst du welche Nahrungsergänzungen in der Schwangerschaft sinnvoll sein können.

Abgesehen von der Umstellung zu einem gesünderen Lebensstil ist ein ganz wichtiger Aspekt die Entspannung und innere Ausgeglichenheit. Ab sofort solltest du dir und deinem Kind zuliebe alle unnötigen Stressfaktoren einfach abstellen. Geh bewusster und entspannter durch den Tag. Denn nichts ist so anstrengend auf Dauer für unseren Körper wie Stress. Daher entspann dich ganz bewusst! Jeden Tag!

Achtung vor…

Diese Lebensmittel solltest du in den kommenden Monaten meiden:

  • Alkohol: Auch ein wenig Alkohol im falschen Moment kann unschöne Auswirkungen haben.
  • Rohe oder halbgare Eier: Diese solltest du tunlichst meiden wegen der Gefahr der Salmonellenvergiftung. Daher fallen Tiramisu, Mousse au Chocolat, weiche Eier, Mayonnaise und Co leider weg! 
  • Roher Fisch und rohes Fleisch: Ähnlich wie bei den Eiern fallen auch Sushi, Beef Tartare und Co in den nächsten Monaten leider weg. Dabei geht es primär um die Vorsicht vor der Möglichkeit einer Vergiftung! Daher Finger weg von Austern, Räucherlachs, Matjesfilet und ähnlichen rohen bzw. halbgaren Fischen und Meerestieren. Durchgegarte Fische und Meeresfrüchte sind hingegen problemlos verträglich.
  • Rohes oder nicht durchgegartes Fleisch: Daher solltest du auf rohes Fleisch wie Beef Tartare, Mett, Carpaccio und ähnliches komplett verzichten, sowie auf halbgare Fleischprodukte wie Parmaschinken, Salami und Co.
  • Käse, Milch- und Milchprodukte: Vorsicht bei Rohmilch und -produkten! Eine Ausnahme hier ist Parmesan solange die Rinde nicht mitgegessen wird. Auch Schimmelkäsesorten solltest du meiden, sowie Quargel. Kein Problem stellen jedoch alle pasteurisierten und wärmebehandelten Milchprodukte dar.
  • Gemüse, Obst und Kräuter: Hier musst du vorsichtig sein und alles gut waschen. Denn Erdreste auf Lebensmitteln können Bakterien namens Toxoplasma gondii enthalten. Diese können verheerende Folgen für dein Kind haben. Daher solltest du Gartenarbeit, sowie Katzenklo säubern und auch Sandkisten meiden. Denn Toxoplasmose wird vorwiegend über Katzen und deren Kot übertragen. Wasche daher Gemüse, Obst und Kräuter in den kommenden Monaten besonders gut und entferne alle Rückstände von Erde penibelst. Am besten kannst du dich davor schützen indem du Katzen soweit es möglich ist aus dem Weg gehst und die gängigen Hygienemaßnahmen einhältst.(1)
  • Kaffee: In Maßen ist nichts gegen Kaffee einzuwenden sofern du ihn gut verträgst. Jedoch solltest du deinen Konsum auf ein bis maximal zwei Tassen pro Tag beschränken. Ebenso wie bei Kaffee solltest du auch den Konsum von Grün- und Schwarztee aufgrund des Teeingehalts einschränken.
  • Energydrinks: Da Energydrinks viele ungesunde Stoffe beinhalten würde ich gänzlich von ihnen abraten. Am besten auch in der Stillzeit.
  • Zucker: Besonders in der Schwangerschaft sollte auf einen verminderten Zuckerkonsum geachtet werden. Denn Zucker ist bekanntlich nie gesund. In der Schwangerschaft solltest du großteils auf Zucker verzichten aufgrund des erhöhten Risikos an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken. Aber auch um eine übermäßige Gewichtszunahme zu vermeiden. Dazu zählt auch ein Übermaß an Fruchtsäften und natürlich Softdrinks. Auch zuviele Weißmehlprodukte lassen den Blutzuckerspiegel unnötig stark in die Höhe schießen.(2)
  • Fette Fische: Sehr fetthaltige Fische wie Thunfisch oder Lachs bringen oft auch eine hohe Schwermetallbelastung mit sich. Daher sollte man sie eher vermeiden.

Wie immer gilt auch in der Schwangerschaft: Wer ein gutes Gefühl für seinen Körper hat sollte auch darauf hören. Bei Genußmitteln gilt lieber zuwenig als zuviel zu sich nehmen.

Bewegung ja, aber

Auch in der Schwangerschaft kannst und solltest du natürlich auch Sport treiben. Dennoch solltest du bestimmte Sportarten eher sein lassen. 

Allgemein wird in der Schwangerschaft dazu geraten sich körperlich zu betätigen um Schwangerschaftsbeschwerden vorzubeugen. Jedoch gibt es hier wie überall Ausnahmen von der Regel. Die da wären:

  • eine Risikoschwangerschaft
  • Schwangerschaft mit Zwillingen oder mehr
  • eine ungünstige Lage der Plazenta
  • wenn man bereits eine Früh- oder Fehlgeburt hatte
  • Erkrankungen die Bluthochdruck fördern
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • Schmerzen oder Blutungen beim Sport
  • Leistungssport

Außerdem wird von Sportarten mit erhöhter Verletzungsgefahr abgeraten, wie z.B. Kampfsportarten, Reiten, Ballsportarten, u.ä.. Weiteres solltest du nicht in der Schwangerschaft mit dem Laufen beginnen. Bist du jedoch schon eine geübte Läuferin sollte einer entspannten Joggingrunde nichts im Wege stehen. Sagen jedenfalls die Experten.(3) Aufpassen solltest du auch bei Dehnübungen. Dein Körper schüttet in der Schwangerschaft Relaxin aus, ein Hormon dass dich besonders dehnbar macht. Dadurch erhöht sich jedoch auch die Verletzungsgefahr.

Empfohlene Sportarten in der Schwangerschaft sind unter anderem:

  • Spazieren und Walken
  • Schwimmen (Bitte nicht Tauchen!)
  • Yoga und Pilates (Informiere deine Lehrer über deine Schwangerschaft)
  • Tanzen
  • Radfahren (Achtung vor Stürzen!)
  • Gymnastik bzw. Fitnesstraining (Eine erfahrene Personaltrainerin kann dir z.B. gezielte Übungen für Schwangere zeigen)
Genieße die Freude über deine Schwangerschaft. Foto by Sincerely Media, Unsplash

Der erste Termin beim Gynäkologen

Sobald du weißt, dass du schwanger bist kannst du dir auch schon einen Termin bei deinem Gynäkologen ausmachen.

Im Normalfall wird bei dem ersten Termin ein transvaginalen Ultraschall (also einen Ultraschall über die Scheide) gemacht. Diese Art von Ultraschall wird im ersten Trimester angewendet. So kann man eine Schwangerschaft bereits in einem sehr frühen Stadium erkennen und die Entwicklung des Embryos am besten beurteilen. Ab einem späteren Zeitpunkt wird dann direkt über den Bauch geschallt.

Bei deinem ersten Termin kannst du dein Baby zum ersten Mal sehen. Oft ist es nicht mehr als ein Pünktchen und das Herz das du schlagen sehen kannst. Solltest du schon etwas „später“ dran sein kann es sein das du bereits Kopf, Arme und Beine erkennen kannst. 

Zusätzlich bekommst du deinen Mutterkindpass, der dich von da an lange begleiten wird. 😉

Was sage ich meinem Chef?

Sobald du von deiner Schwangerschaft weisst solltest du deinem Chef davon erzählen. Denn ab diesem Zeitpunkt sind bestimmte Tätigkeiten die die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden könnten verboten.

Dazu zählen (nach österreichischem Gesetz):

  • Langes Stehen über 4 Stunden
  • Schweres Heben und Tragen über 10kg
  • Verschiedeste Arbeitsbedingungen z.B.
    • unter Druck ab der 21. Schwangerschaftswoche
    • mit gesundheitsgefährdenden Stoffen
    • unter Einwirkung von Hitze, Kälte oder Nässe
    • bei denen die Gefahr einer Berufserkrankung besteht
    • auf Beförderungsmitteln
    • bei denen eine erhöhte Unfallgefährdung besteht

Außerdem dürfen in der Regel keine Nachtschichten, Sonn- und Feiertage gearbeitet werden und keine Überstunden gemacht werden. Das dient primär dir und der Gesundheit deines Babies. Wenn du mit Kleinkindern arbeitest ist es zusätzlich ratsam deinem Arbeitgeber Bescheid zu geben denn auch hier besteht eine erhöhte Gefahr durch Ansteckung mit Röteln und anderen Krankheitserregern.(4,5)

Solltest du aus verschiedenen Gründen frühzeitig freigestellt werden wollen oder müssen musst du eine ärztliche Bestätigung vorlegen die das begründet. Gründe wären unter anderem eine Mehrlingsschwangerschaft, Plazenta praevia, aber auch das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt und andere gesundheitliche Erschwernisse.

Die ersten Geburtsvorbereitungen

Auch wenn es jetzt noch ewig weit weg erscheint und du noch nicht einmal wirklich realisiert hast, dass du schwanger bist ist es dennoch wichtig sich bereits jetzt Gedanken um die Geburt zu machen. Besonders wenn es eine bestimmte Hebamme oder Doula gibt die du unbedingt bei deiner Geburt dabei haben möchtest wäre es ratsam dich schon bald mit ihnen in Verbindung zu setzen. Denn viele beliebte Hebammen haben nur begrenzte Kapazitäten, daher ist es ratsam lieber früher dran zu sein als zu spät. 

Außerdem kann es ratsam sein sich bereits im ersten Trimester die Frage zu stellen wie man gebären möchte. Denn die Möglichkeiten reichen von Hausgeburten, über Geburtskliniken zu Geburtshäusern. Wenn du dir noch nicht sicher bist und dich nicht entscheiden kannst ist es vielleicht ratsam dir Termine mit Geburtshäusern und Kliniken in deiner Nähe auszumachen und ein Gefühl für die Umgebung zu bekommen.

Auf jeden Fall kann es nicht schaden sich schon früh mit der Geburtsplanung auseinander zu setzen! Rede mit anderen Frauen deines Vertrauens und frag sie nach ihren Erlebnissen. Schau dir auch Geburtsfilme an und rede mit deinem Partner über eure Wünsche.

Wie du deine Geburtswünsche herausarbeitest und die perfekte Geburt planst. Inkl. Checkliste

Wen sollte ich einweihen?

Wer bereits im frühen Stadium deiner Schwangerschaft von deinem Glück erfahren darf bleibt natürlich dir überlassen.

Jedoch möchte ich hier einen wichtigen und nicht ganz einfachen Gedanken mit dir teilen. 

Viele Frauen die ich kennenlerne haben Angst ihr Baby in den ersten Wochen der Schwangerschaft zu verlieren und möchten aus diesem Grund niemandem Bescheid sagen, dass sie überhaupt schwanger sind für den Fall dass sie eine Fehlgeburt erleben sollten. 

Aber – wenn du schwanger bist und niemandem davon erzählst und angenommen (jetzt kommt der unangenehme Teil) es kommt zu einem Abbruch wirst du vermutlich traurig sein. Deine Familie und Freunde werden in dem Fall nicht so für dich da sein können wie wenn sie von der Schwangerschaft gewusst hätten und werden dich vielleicht sogar mit Fragen löchern, weil sie mitbekommen, dass du traurig bist. 

Wäre es da nicht einfacher für alle und vorallem für dich wenn sie Bescheid wüssten? Außerdem ist es oft so, dass du von Anfang an eine Bindung zu deinem Kind aufbaust, auch wenn du es noch nicht spürst. Das ist normal. Und genauso normal ist es auch traurig zu sein, wenn man einen Schwangerschaftsabbruch erleiden muss. In dieser Situation sollte man sich gehalten und sicher fühlen können und sich nicht mit seinen Gefühlen verstecken müssen.

Ich wollte diesen Gedanken nur mit dir teilen weil er meiner Meinung nach nicht unerheblich ist, aber du kennst die Menschen mit denen du in Beziehung stehst am besten und wirst wissen wem du was anvertrauen kannst und willst. 

Feiert euren neuen Lebensabschnitt

Der erste Schock ist überwunden und dein Partner (deine Partnerin) und du beginnt zu begreifen was die frohe Botschaft wirklich bedeutet. Bevor ihr euch jetzt in finanzielle Kalkulationen stürzt, nach größeren Wohnungen sucht oder die Möbel für das Kinderzimmer aussucht.

Nehmt euch Zeit füreinander!

Die kommenden Monate werden in der Rückschau wie im Flug vergangen sein und sobald euer Baby da ist braucht es eure Aufmerksamkeit, besonders die von Mama. Daher genießt ab sofort jede freie Minute die ihr miteinander habt umso bewusster und stärkt eure Bindung. Das tut nicht nur euch sondern auch eurem Baby gut.

Und auch du solltest dir Zeit für dich nehmen und viel Ruhe genießen, denn auch diese Zeit wird sehr rar sein sobald dein Baby erst auf der Welt ist. Genieß die Zeit mit dir und mit deinem Partner und sammelt schöne Erinnerungen die ihr eurem Kind dann in Form von einem Schwangerschaftsfotoalbum oder ähnlichem zeigen könnt. Hauptsache aber es geht dir gut, denn dann geht es auch deinem Baby gut!

Als ich damals erfahren habe dass ich schwanger bin habe ich erstmal einen laaangen Waldspaziergang gemacht. Was war deine erste Reaktion? Ich bin gespannt auf dein Kommentar.

Teilen ausdrücklich erwünscht!

Quellenangabe

  1. https://www.netdoktor.at/krankheit/toxoplasmose-7505
  2. https://www.babyclub.de/magazin/schwangerschaft/ern%C3%A4hrung/das-ist-jetzt-tabu.html
  3. https://www.schwanger.at/artikel/sport-in-der-schwangerschaft.html
  4. https://www.gesundheit.gv.at/leben/eltern/schwangerschaft/gesund-schwanger/schwangerschaft-sport
  5. https://www.arbeiterkammer.at/beratung/berufundfamilie/Mutterschutz/Bekanntgabe_der_Schwangerschaft.html
  6. https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2017_II_310/BGBLA_2017_II_310.html
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